Tut Buße und bekehret euch – die documenta 2017

Im Herbst 2008 wurde das berühmte Stück Marat/ Sade des mittlerweile eher vernachlässigten Peter Weiss am Hamburger Schauspielhaus aufgeführt. Dem Regisseur Volker Lösch war es nicht aktuell genug, das Bühnenbild musste mit einem zusammengesetzten Aldi/Lidl-Logo aufgepeppt werden, und vor allem hat als Höhepunkt ein Chor 24 beglaubigter Hartz-IV-Empfänger eine Liste der achtundzwanzig reichsten Hamburger einschließlich der aus dem Manager-Magazin-Spezial entnommenen Höhe ihrer Vermögen verlesen. Selbst Die Welt schrieb von einer Wiedergeburt des politischen Theaters (wann auch immer es tot gewesen sein soll). Mein Impuls war: hätte man doch das Stück komplett weggelassen, und nur noch die Namen der Reichen verlesen!

(Girolamo Savonarola: während des Fastens in den Jahren 1485 und 1486 zahlreiche Privatoffenbarungen,seine in San Gimignano gehaltenen Predigten nehmen ein endzeitliches Gepräge an. Seine flammenden Reden gegen die Verkommenheit der herrschenden Schichten werden von großen Teilen des Volks bejubelt.)

Es gehört zur guten Tradition einer jeden documenta, dass sich angesichts der schieren Größe und des Anspruchs der Veranstaltung zweiflerische Stimmen im und aus dem Publikum erheben, ob dies oder jenes noch Kunst sei; das ist das kleine Aufbegehren des ewiggestrigen Bildungsbürgers und Kulturtouristen der nun von dem Verdacht beschlichen wird, man sei einem Nepp aufgesessen, habe für sein Geld nichts bekommen und unter Umständen noch eine unvorteilhafte Figur gemacht. Früher rief er noch aus, das hätte mein zehnjähriger Sohn oder Enkel im Malunterricht besser hingekriegt, heute murrt er vorsichtshalber etwas diffuser, das heißt aufgeklärter, aber am Ende findet sich unser temporärer Wutbürger – ebenso ermüdet wie der deutsche Wähler, der längst Angela Merkels Kanzlerschaft bis 2041 akzeptiert hat – mit dem status quo ab, nämlich der Tatsache, dass ein Gegenstand, der an der Wand hängt oder sonstwie im Museum gezeigt wird, eben Kunst ist. Und er wird auch übernächstes Mal in entsprechenden Hunderttausenden wenn nicht Millionen an die Kassen strömen.

Es ist nicht sicher, ob es gegenwärtig jemand gemerkt hat, jedoch ist es Adam Szymczyk, dem Leiter der documenta im Lutherjahr 2017, gelungen, in den anhaltenden Kreislauf dieses Rituals einen Pflock reinzutreiben, womit er eines Tages in die Annalen des bourgeoisen Kulturbetriebs als Kunst-Reformator eingehen wird. Das beginnt schon mit dem Obelisk aus merkwürdig unecht wirkendem Waschbeton auf dem Königsplatz mit der biblischen Inschrift „Ich war ein Fremdling und ihr habt mich beherbergt“, Matthäus 25, 35, von vier Seiten auf deutsch, englisch, türkisch und arabisch beschrieben (offenbar die vier größten Besuchergruppen), damit keiner daran vorbeischlüpfen kann. Und auch die Stadt Kassel überlegt, im Wahljahr das Kunstwerk zu erstehen, welches da besagt: es gibt keine Nationen, sondern nur Menschen, und damit den Generalbass dieser documenta anschlägt: inhaltlich Die Flüchtlingskrise (im Zusammenhang der Kapitalismus- und Imperialismuskritik), formal Die Predigt. Wohl war die Flüchtlingskrise nicht das ursprüngliche Thema gewesen, aber Kunst muss ja in unserer medialen Welt ähnlich schnell reagieren wie die Tagesschau.

Unweit vom Königsplatz befindet sich eins der Highlights – die „Neue Neue Galerie“ alias die neue Hauptpost. Beim Eintritt hören wir aus dem hinteren Bereich den donnernden Soundtrack von Musik aus aller Welt, durchzogen von kaum verständlichen Texten Carl Gustav Jungs, James Baldwins, Langston Hughes´, Toni Morrisons, Angela Davis´, Andy Warhol, Homi Bhabhas usw., ein Teil der Installation Theo Eshetus. Vorne links ist ein Vorhang aus annähernd 500 Rentierschädeln gespannt, das hat etwas Archaisches, trotz der Geräuschkulisse von nebenan ewige Jagdgründe Evozierendes, ein Werk Máret Anne Saras mit dem Titel Pile o’ Sápmi, mit dem sie auf die Situation der Sami aufmerksam macht, um gleich mit den dahinter aufgebauten gut fünf Meter langen Vitrinen die Wirkung zu demontieren. In den Vitrinen liegen nämlich die gesammelten ins Englische übersetzten Schriftstücke der Prozesses in der Sache der indigenenen (der Code sagt das schon: die Guten, wie Karl May wusste) Sami gegen die norwegische Regierung (am besten als Mario Adorf vorstellbar), nach deren Gesetzgebung die Rentierherden der Samis reduziert werden sollten. Rentiere gibt es in Norwegen eine halbe Million, eine Familie der Sami (früher Lappen genannt) benötigt für ihr Auskommen 400 Stück, die Problematik der Überweidung beiseite gelassen. Durch die Dokumentation wird die Installation zum Informationsstand von Aktivisten umfunktioniert, was der Fakt nur verstärkt, dass der Prozess von Máret Anne Saras Bruder angestrengt wurde. Die Unterschriftenliste für Unterstützer habe ich zugegebenerweise übersehen.

Schlimmer macht es in einem Nebenraum Ahlam Shibli mit ihrer Fotoserie Heimat, Nordhessen, Germany, 2016-2017, Series of fifty-three photographs, chromogenic prints. Die Palästinenserin, des Deutschen unkundig, hat sich von Kasseler Journalisten und linken Aktivisten Tipps und Infos vornehmlich zu der sudetendeutschen und türkischen Kommunität vor Ort geben lassen, und stellt nun dreiundfünfzig Schnappschüsse deren angetroffener Vertreter aus, ein Paradebeispiel des praktizierten Politkünstler-Tourismus. Was den photographischen Aspekt anbelangt, würden die Bilder den Sprung in eine Wochenzeitschrift schwerlich schaffen. Das Zusammenwerfen der aussterbenden sudentendeutschen mit der heutigen türkischen Gemeinde weist eine gedankliche Unschärfe auf, die mit dem Etikett „Irgendwie alles Migranten“ notdürftig überklebt wird. Zu der Geschichte der Deutschen in Ost-Mitteleuropa hat die Autorin keinen Zugang, kein Rüstzeug und offenbar auch kein Interesse etwa an der dt.-tschechischen jüngeren Geschichte, von der gemeinsamen Erklärung 1997 oder Stoibers Agitation gegen die Aufnahme Tschechiens in die EU 2004 wegen der bestehenden „Benesch-Dekrete“, von dem Aussiger Massaker an deutschen Facharbeitern 1946 bis zum erst neulich unter Geburtswehen erstrittenen Verzicht der Sudetenlandsmannschaft auf ihre Besitzansprüche in Tschechien. Bemerkenswert ist aber auch das Photo einer türkischen Hochzeit in Kassel, bei welcher der Bürgermeisterkandidat der Linken, Murat Cakir, als Dolmetscher agiert, da der Bräutigam kein Deutsch versteht. Die Autorin kolportiert die Bildlegende (aus Erinnerung zitiert): „Das Paar hatte sich bei einer Urlaubsreise der Braut in der Türkei kennengelernt“, was bei jemandem der es wissen wollte leicht Fragen bezüglich einer möglichen arrangierten Hochzeit zwischen einem anatolisch und einer europäisch Sozialisierten aufwerfen könnte. Oder vielleicht lag die Braut in Antalya am Strand? Shibli, der diese Problematik doch näher liegen müsste als irgendwelche Sudetendeutschen, breitet stattdessen auch darüber den gnädigen Schleier des Ungefähren aus, um das Etikett „eine Migration ist eine Migration ist eine Migration“ ungestört bedienen zu können. Auch dass in Deutschland spätestens seit dem Fussball-Sommermärchen 2006 eine Konjuktur des Begriffs Heimat bis geradezu einer Inflation an Publikationen wie „Was heißt hier eigentlich Heimat?“ (Renate Zöller) besteht, ahnt Ahlam Shibli wohl nicht. Sicherlich hätten man in älteren Ausgaben von Stern oder Fokus ein paar ausführlichere Artikel und Bilderfolgen dazu finden können. Es ist bestenfalls schlechter Journalismus, was sie da präsentiert, an Zufälligkeit und Achtlosigkeit gegenüber jeglichem Handwerklichen kaum zu überbieten.

Das Kernstück der Neuen Neuen Galerie hängt gleich nebenan. Forensic Architecture – Friends of Halit Yozgat: 77sqm – 9:26min. Hier wird der Unterschied zwischen Kunst und Leben, will heißen Kunst und Politik, erfolgreich aufgehoben. Auf der Leinwand spult sich die kriminologische Rekonstruktion des NSU-Mordes am Betreiber eins Kasseler Internet-Cafés Halit Yozgat am 6. April 2006 ab. Der Verfassungsschützer Andreas Temme hielt sich zur Tatzeit im Café auf, bestreitet aber, davon etwas mitbekommen zu haben. Der Film will ihm anhand eines Modells das Gegenteil nachweisen und versteht sich als Gegenermittlung zu den offiziellen Stelle und insinuiert, dass der deutsche Staat die Spuren vertuscht und den Mörder schützt. Interessanterweise gibt es aber seit drei Jahren einen Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtags dazu, der ebenfalls Temme für unglaubwürdig hält, trotz 100 Zeugenvernehmungen und 1500 Akten ihm allerdings nicht direkt die Lüge nachweisen kann. Was die Friends of Halit Yozgat genausowenig können. Der Untersuchungsausschuss hat sich sogar deren Rekonstruktionsvideo angeschaut, und erkennt darin methodische Mängel. Gegen Temme ermittelt überdies die Berliner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Falschaussage vor dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestages. Die Morde, die NSU, Beate Zschäpe, sind sicherlich ein schwarzer Fleck auf dem Bild der deutschen Gesellschaft. Für den Uneingeweihten stellt sich freilich die Grundsatzfrage: warum sind nun der hessische Untersuchungsausschuss und die Berliner Staatsanwaltschaft keine Kunst?

Uns wiederum befällt eine bange Befürchtung: werden wir jemals einfach nur unsere Augen gebrauchen können? Exponat für Exponat, wir fühlen uns bald wie ein Pudel dem die Schnauze ins Pfützchen gehalten wird das er hingepinkelt hat. Die Welt ist unglaublich kompliziert, die Sicht der documenta-Macher umso simpler in schwarzweiß gehalten. Es handelt sich mehr um eine Auflistung als eine Erzählung, die Ergebnisse sind bekannt, es gilt nur noch, sie ohne großartige Peripetien mit den Exponaten zu illustrieren. Statt Wahrnehmung gibt es eine alles erfassende Meinung, und zwar die richtige. Die Ausrichtung ist antikapitalistisch, antiimperialistisch, ökologisch, antiwestlich, und vor allem für eine so große Veranstaltung eben perfekt uniformiert (wir wollen ja nicht schreiben gleichgeschaltet). Nebenher gesagt weist sie die intellektuelle Unredlichkeit eines Politikers auf. Bald ist man derart ermüdet und erschlagen von Szymczyks Moralkeule, dass man nicht imstande ist sich für irgendetwas zu öffnen; selbst wenn einem im zweiten Stock als ein Irrläufer die Typoskript-Grafiken von Ruth Wolf-Rehfeld aus dem Jahre 1987 begegnen, hakt man sie lediglich ab, ohne zu erfahren ob sie einen angesprochen haben oder nicht. Endlich draußen, möchte man sicher mit den Rentieren auf allen Vieren hinaus auf die abgegrasten Weiden, oder auf der Stelle ein Schlauchboot kaufen und als Menschenschmuggler anheuern…

Das Museum Fridericianum sticht aus dem allgemeinen Konzept heraus, was an der Zweiteilung der documenta in den Athener und den Kasseler Teil liegt. Das Nationale Museum für Zeitgenössische Kunst (EMST) war der Hauptausstellungsort der documenta in Athen, im Gegenzug wird unter dem Motto „von Athen lernen“ seine Exposition nun hier gezeigt. Leider wirkt der Lehrstoff, vorwiegend griechische Arbeiten, doch recht provinziell, eher eine Übersicht was die dortige Szene in den vergangenen Jahrzehnten an internationalen Einflüssen verarbeitet hat. Im Parterre ist hierfür als echte szymczyksche Veranstaltung das Parlament der Körper angesiedelt. Es findet unterm Treppenhaus des Fridericianum auf mit Bundeswehrtarnstoff bezogenen Sitzelementen statt. (Die Bundeswehr verteidigt die deutschen Wirtschaftsinteressen am Hindukusch und lässt sich die Panzer Leo 2 A6 bei Wegmann in Kassel produzieren.) Der Titel evoziert Bruno Latours Parlament der Dinge und klingt jedenfalls gut. Wir haben es uns so vorzustellen, dass nicht die Bilder oder Bildschirme an der Wand, sondern die Körper der Anwesenden im Raum die Erschütterungen der Gegenwart reflektieren (ob man sie sich mit Geist oder ohne vorstellen soll, bleibt dahingestellt). Als Parlament sind sie politische Akteure, genaugenommen Gesetzgeber. Wie wir erlebt haben, jedoch zugleich das Tribunal. Hier scheint keine Gewaltenteilung vorgesehen, sondern eine Erdoganisierung, Gesetzgeber, Ankläger und Richter ist derselbe, nur die Exekutive ist noch inkomplett. Im Parlament der Körper finden immerhin Diskussionen statt. Als das schwarzafrikanische feministische Kollektiv aus Kapstadt und Johannesburg eher an der Auseinandersetzung mit dem Patriarchat und Rassismus als mit dem Kapitalismus interessiert ist, bekommen sie vom Kurator Paul Preciado den Zusammenhang mit Kapitalismus erläutert, der Italiener Franco Berardi setzt einen drauf mit seiner Erklärung der Symbiose zwischen Rechtsextremismus und Neoliberalismus. Amüsant, wie hier der Dritten Welt – von weißen Europäern das richtige Bewusstsein vermittelt wird.

Vor dem Fridericianum auf dem Friedrichsplatz hat Szymczyk Marta Minujíns The Parthenon of Books errichten lassen, ein Remake ihrer Installation aus dem Jahr 1983, die kurz nach dem Zusammenbruch der argentinischen Militärdiktatur jene Bücher zeigte, die während der Diktatur verboten waren. Das hatte eine Brisanz, die in Kassel vierunddreißig Jahre später mit dem Hinweis auf überall verbotene Bücher und die nationalsozialistische Bücherverbrennung an demselben Ort 1933 nicht wirklich nachzufühlen ist. Hierzulande dürfen das Kommunistische Manifest, die Bibel, der Koran, Mein Kampf (mit Kommentar), die Protokolle der Weisen von Zion (mit Kommentar), Stalins Schriften (ohne Kommentar) verlegt oder verkauft werden, Bastei-Arztromane, Pornographie, Schlüsselromane wie Walsers „Tod eines Kritikers“ oder Klaus Manns „Mephisto“ nebst einer Menge sehr schlechter Bücher die jedes Jahr auf den Markt geworfen werden, es stört niemanden wirklich. Und so lebt – neben den paar hilflos didaktischen Aktionen der Kuratoren – der Tempel vor allem als öffentliches Wohnzimmer, wohlproportioniert was in der Stadt eine Ausnahme bildet, wurde er von den Kasselern z.B. zur Swing-Disco umfunktioniert. Hätte man hier ein wirklich starkes – und widersprüchliches – Zeichen setzen wollen, hätte man eine neuerliche Bücherverbrennung inszenieren müssen, unter welchen Vorzeichen auch immer.

Genug der documenta. Szymczyk wollte eine Heisenbergsche Weltformel, eine umfassende Aussage über den Zustand der Welt abgeben. Daran ist an sich nichts Schlimmes – und bei Männern in der Midlife-Crisis nichts Originelles. Er gibt dabei viel mehr den Savonarola als die Scheherezade. Eine sinnige Pointe davon ist, dass gerade ein Pole, einer aus dem vielgescholtenen Kaczynski-Land, mit seiner Rigorosität den deutschen Praeceptoren Europas den Rang abläuft. Vielleicht ist auch das ein Grund für die unfreundliche Aufnahme in den hiesigen Feuilletons. Wie es aber die Eigenschaft allumfassender hegelianischer Aussagen ist, bleiben bei ihnen die einzelnen Erlebnisse auf der Strecke. Zusätzlich kommt die Unterordnung des Künstlerischen unter das Politische. Dazu hat schon Genosse Grotewohl anlässlich des SED-Plenums 1951 Vorgaben gemacht: „Literatur und bildende Künste sind der Politik untergeordnet… Die Idee der Kunst muss der Marschrichtung des politischen Kampfes folgen.” Und Genosse MaoTse-tung: „Was wir brauchen, ist die Einheit von Politik und Kunst.“ Statt wie bei den Jubelveranstaltungen des sozialistischen Realismus macht 2017 in Kassel eher der depressive Grundton des künstlerischen Leiters die Musik, ein diktatorischer Mehltau legt sich über die Räume, durchtränkt von der gnadenlosen Banalität des Guten.

Das Kunstwerk, abgesehen von seinem Gemachtsein, wird häufig dadurch definiert, dass es nutzlos sei, für den Bildungsbürger mit gepflegtem Helfersyndrom übersetzt: ohne alltagstaugliche praktische Verwendbarkeit. Die documenta 14 hingegen ist ein Ausstellungskatalog der Instrumente im täglichen Kampf um eine bessere und gerechtere Welt. Indem sie zudem keinen Zweifel dran lässt, was wir im Einzelfall und im Allgemeinen zu denken haben, definiert sie die Grenzen der Kunst neu – endgültig von außen.

Draußen an der Zufahrt zum Fridericianum sind Betonpoller zur Abwehr von Anschlägen mit Lastwagen aufgestellt. Eine Ecke weiter dann die Wahlplakate der Linken: Den Kapitalismus abschaffen!, eine Fortsetzung der documenta mit anderen Mitteln. Das hatten ja bereits seit 1917 einige Vorgänger getan, deren die Linke eine Rechtsnachfolgerin ist, Näheres wäre z.B. bei Solschenitzyn nachzulesen. Ja, diese documenta hat dem Wort „plakativ“ eine neue Dimension gegeben. Auf in die Wahlkabine! Schließlich ist das komplette Gedankengebäude der documenta 14, mit einigen Modernisierungen, im Grundsatzprogramm der bundesdeutschen Linken und Grünen enthalten. Das Budget der Ausstellung beläuft sich übrigens auf annähernd 37 Millionen Euro. Davon hätten die sämtlichen Gestrandeten – wäre Szymczyk seiner Attitüde gerecht geworden – an der Libyschen Küste ein paar Jahre leben können. Aber jede schlechte Nachricht ist auch eine gute Nachricht: Deutschland hat, ob durch seine Institutionen oder die Bürger, für die moderne Kunst 37 Millionen ausgegeben.

 

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